Foram encontradas 896 questões.
Disciplina: Alemão (Língua Alemã)
Banca: FUNDATEC
Orgão: Pref. Morro Reuter-RS
Um die Fragen 26 bis 35 zu beant worten, lesen Sie den folgenden Text.
Fußball-Deutsch
MITTEL
Deutsch perfekt 14/2022
In Katar treffen sich Fußballmannschaften aus der ganzen Welt zum Fußballereignis des Jahres.
Warum ist der Lieblingssport der Deutschen auch in der Alltagssprache so wichtig?
Von Eva Pfeiffer
- Über die aktuelle Fußballweltmeisterschaft gibt es viel zu sagen und zu schreiben – von der
- Kritik daran, dass sie in Katar stattfindet, bis zur Euphorie oder Verzweiflung über die Spiele.
- Oft sprechen die Deutschen jedoch über Fußball, ohne es zu merken.
- Viele Ausdrücke aus dem Ballsport sind nämlich schon lange Teil der deutschen Alltagssprache.
- Als Metaphern benutzen die Menschen sie in komplett anderen Kontexten. Wenn zum Beispiel
- eine Jugendliche nachts zu spät nach Hause kommt, dann kriegt sie von ihren Eltern
- wahrscheinlich einen Anpfiff. An den Beginn eines Fußballspiels denkt dabei sicher niemand.
- Auch der Ratschlag Halt besser den Ball flach! kommt aus dem Sport. Den Ball flach zu halten,
- beschreibt dort eine kontrollierte Art des Spielens. In der Alltagssprache ist die Bedeutung
- ähnlich – nämlich nichts zu riskieren.
- Ausdrücke aus dem Fußball-Deutsch sind Teil der Alltagssprache geworden.
- Warum ist Fußball-Deutsch so präsent? Mit dieser Frage beschäftigt sich Simon Meier-Vieracker.
- Der 42-Jährige ist Professor für Angewandte Linguistik an der Technischen Universität Dresden.
- Eigentlich ist er mehr Radsport- als Fußballfan. Aber für den Linguisten ist der Fußball wie
- eine Schatztruhe. Über seine Funde berichtet Meier-Vieracker auf seinem Blog fussball-
- linguistik.de. Er erklärt: „Fußball ist in Deutschland der populärste Sport überhaupt. Die Spiele
- sind nicht nur in den Medien ein großes Thema. Die Leute sprechen auch bei der Arbeit in der
- Kaffeepause darüber oder unterwegs im Zug. So sind viele Redewendungen und Ausdrücke aus
- dem Fußball-Deutsch Teil der Alltagssprache geworden“.
- Dabei gibt es eine gute Nachricht für alle, die kein Interesse an dem Ballsport haben: Die
- fachlichen Details der Originalausdrücke sind in der Alltagssprache kaum relevant, wie Meier-
- Vieracker erklärt. Man muss also keine Fußballexpertin sein, um sie richtig zu verwenden. Ein
- Beispiel ist die Abseits-Metapher. Die kann man prima benutzen, ohne die genauen Abseits-
- Regeln aus dem Fußball zu kennen. Die Metapher bedeutet, dass eine Person ignoriert wird: Der
- kleine Jan steht im Kindergarten im Abseits. Kein anderes Kind will mit ihm spielen.
- Im Parlament sind seit den 80er-Jahren bei Debatten öfter Fußball-Metaphern zu
- hören.
- Ein anderes Beispiel ist das Grätschen. Bei der Aktion nimmt ein Fußballspieler dem Gegner den
- Ball ab. In der Alltagssprache bedeutet der Ausdruck, dass man eine Person beim
- Reden unterbricht und sich ungebeten in etwas einmischt: Es ärgert mich, dass Stephanie
- immer wieder in unsere Gespräche reingrätscht.
- In manchen Bereichen und Situationen sind Ausdrücke aus dem Fußball besonders populär.
- Meier-Vieracker untersucht mit computerlinguistischen Methoden große Textsammlungen. Er
- hat festgestellt, dass im Parlament seit den 80er-Jahren bei Debatten öfter Fußball-Metaphern
- zu hören sind.
- „Mithilfe der Metaphern sollen Menschen abstrakte Inhalte besser verstehen. Die Ausdrücke
- haben außerdem einen emotionalen Effekt“, erklärt Meier-Vieracker. So zeigt der Westen mit
- seinen Sanktionen Putin die rote Karte. Und Politikerinnen der Oppositionsparteien sagen gern,
- dass der Ball bei der Regierungskoalition liegt. Damit meinen sie: Jetzt muss die Regierung
- endlich etwas tun.
- Auch der Wirtschaft gibt Fußball sprachliche Inspiration. Da wollen zum Beispiel ambitionierte
- Firmen in der Champions League spielen und sind deshalb personell gut aufgestellt. Und
- Jobsuchende müssen am Ball bleiben.
- Es können auch ganze Sätze aus dem Sport in neuen Kontexten verwendet werden. Ein
- populäres Beispiel ist ein Zitat von Sepp Herberger, einem legendären Trainer: „Nach dem Spiel
- ist vor dem Spiel.“ Das Mantra, sich nach einem Erfolg gleich auf die nächste Aufgabe
- vorzubereiten, passt in vielen Situationen. Zum Beispiel in der Politik, denn: Nach der Wahl ist
- vor der Wahl.
- Es gibt im Fußball viele Wörter aus dem Militärbereich.
- Aber Fußball-Deutsch hat auch nicht nur einen Effekt auf die Alltagssprache. Die Inspiration
- funktioniert in beide Richtungen: Auch die Fußballsprache verwendet nämlich Ausdrücke aus
- Kontexten, die eigentlich nichts mit dem Sport zu tun haben.
- „Es gibt im Fußball viele Wörter aus dem Militärbereich“, sagt Meier-Vieracker.
- „Sturm, Abwehr, Offensive – besonders früher war die Sprache ziemlich martialisch. Zum
- Beispiel 1954 beim Halbfinale der Weltmeisterschaft in der Schweiz, bei dem Deutschland 6:1
- gegen Österreich gewonnen hat. Da sprachen deutsche Kommentatoren davon, den Gegner
- mit schwerem Geschütz niederzuschießen. Heute verwenden die meisten Journalistinnen
- Ausdrücke wie diese nicht mehr“.
- So wie die Welt heute eine andere ist als 1954, ist es auch die Sprache. Meier-Vieracker
- beschäftigt sich intensiv mit Livetickern, Livekommentaren und Spielberichten. Dort ist die
- Sprache mehr kulinarisch als martialisch, zum Beispiel wenn ein Spieler mit einer
- Aktion ein Sahnehäubchen aufsetzt, den Ball ins Tor zuckert oder buttercremt.
- Manche Journalistinnen und Kommentatoren sind mit ihren Formulierungen kreativ und lustig,
- andere weniger. Und so funktionieren weder in der Alltagssprache noch in der Fußballsprache
- alle Metaphern und Ausdrücke perfekt. Sprachlernende können das als Motivation sehen,
- Fußball-Deutsch im Alltag einfach einmal auszuprobieren. Mit diesem Text sind sie dafür gut
- aufgestellt.
Dem Text nach, in welchen Bereichen werden Fußballmetaphern gebraucht?
Provas
Disciplina: Alemão (Língua Alemã)
Banca: FUNDATEC
Orgão: Pref. Morro Reuter-RS
Um die Fragen 26 bis 35 zu beant worten, lesen Sie den folgenden Text.
Fußball-Deutsch
MITTEL
Deutsch perfekt 14/2022
In Katar treffen sich Fußballmannschaften aus der ganzen Welt zum Fußballereignis des Jahres.
Warum ist der Lieblingssport der Deutschen auch in der Alltagssprache so wichtig?
Von Eva Pfeiffer
- Über die aktuelle Fußballweltmeisterschaft gibt es viel zu sagen und zu schreiben – von der
- Kritik daran, dass sie in Katar stattfindet, bis zur Euphorie oder Verzweiflung über die Spiele.
- Oft sprechen die Deutschen jedoch über Fußball, ohne es zu merken.
- Viele Ausdrücke aus dem Ballsport sind nämlich schon lange Teil der deutschen Alltagssprache.
- Als Metaphern benutzen die Menschen sie in komplett anderen Kontexten. Wenn zum Beispiel
- eine Jugendliche nachts zu spät nach Hause kommt, dann kriegt sie von ihren Eltern
- wahrscheinlich einen Anpfiff. An den Beginn eines Fußballspiels denkt dabei sicher niemand.
- Auch der Ratschlag Halt besser den Ball flach! kommt aus dem Sport. Den Ball flach zu halten,
- beschreibt dort eine kontrollierte Art des Spielens. In der Alltagssprache ist die Bedeutung
- ähnlich – nämlich nichts zu riskieren.
- Ausdrücke aus dem Fußball-Deutsch sind Teil der Alltagssprache geworden.
- Warum ist Fußball-Deutsch so präsent? Mit dieser Frage beschäftigt sich Simon Meier-Vieracker.
- Der 42-Jährige ist Professor für Angewandte Linguistik an der Technischen Universität Dresden.
- Eigentlich ist er mehr Radsport- als Fußballfan. Aber für den Linguisten ist der Fußball wie
- eine Schatztruhe. Über seine Funde berichtet Meier-Vieracker auf seinem Blog fussball-
- linguistik.de. Er erklärt: „Fußball ist in Deutschland der populärste Sport überhaupt. Die Spiele
- sind nicht nur in den Medien ein großes Thema. Die Leute sprechen auch bei der Arbeit in der
- Kaffeepause darüber oder unterwegs im Zug. So sind viele Redewendungen und Ausdrücke aus
- dem Fußball-Deutsch Teil der Alltagssprache geworden“.
- Dabei gibt es eine gute Nachricht für alle, die kein Interesse an dem Ballsport haben: Die
- fachlichen Details der Originalausdrücke sind in der Alltagssprache kaum relevant, wie Meier-
- Vieracker erklärt. Man muss also keine Fußballexpertin sein, um sie richtig zu verwenden. Ein
- Beispiel ist die Abseits-Metapher. Die kann man prima benutzen, ohne die genauen Abseits-
- Regeln aus dem Fußball zu kennen. Die Metapher bedeutet, dass eine Person ignoriert wird: Der
- kleine Jan steht im Kindergarten im Abseits. Kein anderes Kind will mit ihm spielen.
- Im Parlament sind seit den 80er-Jahren bei Debatten öfter Fußball-Metaphern zu
- hören.
- Ein anderes Beispiel ist das Grätschen. Bei der Aktion nimmt ein Fußballspieler dem Gegner den
- Ball ab. In der Alltagssprache bedeutet der Ausdruck, dass man eine Person beim
- Reden unterbricht und sich ungebeten in etwas einmischt: Es ärgert mich, dass Stephanie
- immer wieder in unsere Gespräche reingrätscht.
- In manchen Bereichen und Situationen sind Ausdrücke aus dem Fußball besonders populär.
- Meier-Vieracker untersucht mit computerlinguistischen Methoden große Textsammlungen. Er
- hat festgestellt, dass im Parlament seit den 80er-Jahren bei Debatten öfter Fußball-Metaphern
- zu hören sind.
- „Mithilfe der Metaphern sollen Menschen abstrakte Inhalte besser verstehen. Die Ausdrücke
- haben außerdem einen emotionalen Effekt“, erklärt Meier-Vieracker. So zeigt der Westen mit
- seinen Sanktionen Putin die rote Karte. Und Politikerinnen der Oppositionsparteien sagen gern,
- dass der Ball bei der Regierungskoalition liegt. Damit meinen sie: Jetzt muss die Regierung
- endlich etwas tun.
- Auch der Wirtschaft gibt Fußball sprachliche Inspiration. Da wollen zum Beispiel ambitionierte
- Firmen in der Champions League spielen und sind deshalb personell gut aufgestellt. Und
- Jobsuchende müssen am Ball bleiben.
- Es können auch ganze Sätze aus dem Sport in neuen Kontexten verwendet werden. Ein
- populäres Beispiel ist ein Zitat von Sepp Herberger, einem legendären Trainer: „Nach dem Spiel
- ist vor dem Spiel.“ Das Mantra, sich nach einem Erfolg gleich auf die nächste Aufgabe
- vorzubereiten, passt in vielen Situationen. Zum Beispiel in der Politik, denn: Nach der Wahl ist
- vor der Wahl.
- Es gibt im Fußball viele Wörter aus dem Militärbereich.
- Aber Fußball-Deutsch hat auch nicht nur einen Effekt auf die Alltagssprache. Die Inspiration
- funktioniert in beide Richtungen: Auch die Fußballsprache verwendet nämlich Ausdrücke aus
- Kontexten, die eigentlich nichts mit dem Sport zu tun haben.
- „Es gibt im Fußball viele Wörter aus dem Militärbereich“, sagt Meier-Vieracker.
- „Sturm, Abwehr, Offensive – besonders früher war die Sprache ziemlich martialisch. Zum
- Beispiel 1954 beim Halbfinale der Weltmeisterschaft in der Schweiz, bei dem Deutschland 6:1
- gegen Österreich gewonnen hat. Da sprachen deutsche Kommentatoren davon, den Gegner
- mit schwerem Geschütz niederzuschießen. Heute verwenden die meisten Journalistinnen
- Ausdrücke wie diese nicht mehr“.
- So wie die Welt heute eine andere ist als 1954, ist es auch die Sprache. Meier-Vieracker
- beschäftigt sich intensiv mit Livetickern, Livekommentaren und Spielberichten. Dort ist die
- Sprache mehr kulinarisch als martialisch, zum Beispiel wenn ein Spieler mit einer
- Aktion ein Sahnehäubchen aufsetzt, den Ball ins Tor zuckert oder buttercremt.
- Manche Journalistinnen und Kommentatoren sind mit ihren Formulierungen kreativ und lustig,
- andere weniger. Und so funktionieren weder in der Alltagssprache noch in der Fußballsprache
- alle Metaphern und Ausdrücke perfekt. Sprachlernende können das als Motivation sehen,
- Fußball-Deutsch im Alltag einfach einmal auszuprobieren. Mit diesem Text sind sie dafür gut
- aufgestellt.
Laut Professor Simon Meier-Vieracker, um Metaphern zu verstehen,
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Disciplina: Alemão (Língua Alemã)
Banca: FUNDATEC
Orgão: Pref. Morro Reuter-RS
Um die Fragen 26 bis 35 zu beant worten, lesen Sie den folgenden Text.
Fußball-Deutsch
MITTEL
Deutsch perfekt 14/2022
In Katar treffen sich Fußballmannschaften aus der ganzen Welt zum Fußballereignis des Jahres.
Warum ist der Lieblingssport der Deutschen auch in der Alltagssprache so wichtig?
Von Eva Pfeiffer
- Über die aktuelle Fußballweltmeisterschaft gibt es viel zu sagen und zu schreiben – von der
- Kritik daran, dass sie in Katar stattfindet, bis zur Euphorie oder Verzweiflung über die Spiele.
- Oft sprechen die Deutschen jedoch über Fußball, ohne es zu merken.
- Viele Ausdrücke aus dem Ballsport sind nämlich schon lange Teil der deutschen Alltagssprache.
- Als Metaphern benutzen die Menschen sie in komplett anderen Kontexten. Wenn zum Beispiel
- eine Jugendliche nachts zu spät nach Hause kommt, dann kriegt sie von ihren Eltern
- wahrscheinlich einen Anpfiff. An den Beginn eines Fußballspiels denkt dabei sicher niemand.
- Auch der Ratschlag Halt besser den Ball flach! kommt aus dem Sport. Den Ball flach zu halten,
- beschreibt dort eine kontrollierte Art des Spielens. In der Alltagssprache ist die Bedeutung
- ähnlich – nämlich nichts zu riskieren.
- Ausdrücke aus dem Fußball-Deutsch sind Teil der Alltagssprache geworden.
- Warum ist Fußball-Deutsch so präsent? Mit dieser Frage beschäftigt sich Simon Meier-Vieracker.
- Der 42-Jährige ist Professor für Angewandte Linguistik an der Technischen Universität Dresden.
- Eigentlich ist er mehr Radsport- als Fußballfan. Aber für den Linguisten ist der Fußball wie
- eine Schatztruhe. Über seine Funde berichtet Meier-Vieracker auf seinem Blog fussball-
- linguistik.de. Er erklärt: „Fußball ist in Deutschland der populärste Sport überhaupt. Die Spiele
- sind nicht nur in den Medien ein großes Thema. Die Leute sprechen auch bei der Arbeit in der
- Kaffeepause darüber oder unterwegs im Zug. So sind viele Redewendungen und Ausdrücke aus
- dem Fußball-Deutsch Teil der Alltagssprache geworden“.
- Dabei gibt es eine gute Nachricht für alle, die kein Interesse an dem Ballsport haben: Die
- fachlichen Details der Originalausdrücke sind in der Alltagssprache kaum relevant, wie Meier-
- Vieracker erklärt. Man muss also keine Fußballexpertin sein, um sie richtig zu verwenden. Ein
- Beispiel ist die Abseits-Metapher. Die kann man prima benutzen, ohne die genauen Abseits-
- Regeln aus dem Fußball zu kennen. Die Metapher bedeutet, dass eine Person ignoriert wird: Der
- kleine Jan steht im Kindergarten im Abseits. Kein anderes Kind will mit ihm spielen.
- Im Parlament sind seit den 80er-Jahren bei Debatten öfter Fußball-Metaphern zu
- hören.
- Ein anderes Beispiel ist das Grätschen. Bei der Aktion nimmt ein Fußballspieler dem Gegner den
- Ball ab. In der Alltagssprache bedeutet der Ausdruck, dass man eine Person beim
- Reden unterbricht und sich ungebeten in etwas einmischt: Es ärgert mich, dass Stephanie
- immer wieder in unsere Gespräche reingrätscht.
- In manchen Bereichen und Situationen sind Ausdrücke aus dem Fußball besonders populär.
- Meier-Vieracker untersucht mit computerlinguistischen Methoden große Textsammlungen. Er
- hat festgestellt, dass im Parlament seit den 80er-Jahren bei Debatten öfter Fußball-Metaphern
- zu hören sind.
- „Mithilfe der Metaphern sollen Menschen abstrakte Inhalte besser verstehen. Die Ausdrücke
- haben außerdem einen emotionalen Effekt“, erklärt Meier-Vieracker. So zeigt der Westen mit
- seinen Sanktionen Putin die rote Karte. Und Politikerinnen der Oppositionsparteien sagen gern,
- dass der Ball bei der Regierungskoalition liegt. Damit meinen sie: Jetzt muss die Regierung
- endlich etwas tun.
- Auch der Wirtschaft gibt Fußball sprachliche Inspiration. Da wollen zum Beispiel ambitionierte
- Firmen in der Champions League spielen und sind deshalb personell gut aufgestellt. Und
- Jobsuchende müssen am Ball bleiben.
- Es können auch ganze Sätze aus dem Sport in neuen Kontexten verwendet werden. Ein
- populäres Beispiel ist ein Zitat von Sepp Herberger, einem legendären Trainer: „Nach dem Spiel
- ist vor dem Spiel.“ Das Mantra, sich nach einem Erfolg gleich auf die nächste Aufgabe
- vorzubereiten, passt in vielen Situationen. Zum Beispiel in der Politik, denn: Nach der Wahl ist
- vor der Wahl.
- Es gibt im Fußball viele Wörter aus dem Militärbereich.
- Aber Fußball-Deutsch hat auch nicht nur einen Effekt auf die Alltagssprache. Die Inspiration
- funktioniert in beide Richtungen: Auch die Fußballsprache verwendet nämlich Ausdrücke aus
- Kontexten, die eigentlich nichts mit dem Sport zu tun haben.
- „Es gibt im Fußball viele Wörter aus dem Militärbereich“, sagt Meier-Vieracker.
- „Sturm, Abwehr, Offensive – besonders früher war die Sprache ziemlich martialisch. Zum
- Beispiel 1954 beim Halbfinale der Weltmeisterschaft in der Schweiz, bei dem Deutschland 6:1
- gegen Österreich gewonnen hat. Da sprachen deutsche Kommentatoren davon, den Gegner
- mit schwerem Geschütz niederzuschießen. Heute verwenden die meisten Journalistinnen
- Ausdrücke wie diese nicht mehr“.
- So wie die Welt heute eine andere ist als 1954, ist es auch die Sprache. Meier-Vieracker
- beschäftigt sich intensiv mit Livetickern, Livekommentaren und Spielberichten. Dort ist die
- Sprache mehr kulinarisch als martialisch, zum Beispiel wenn ein Spieler mit einer
- Aktion ein Sahnehäubchen aufsetzt, den Ball ins Tor zuckert oder buttercremt.
- Manche Journalistinnen und Kommentatoren sind mit ihren Formulierungen kreativ und lustig,
- andere weniger. Und so funktionieren weder in der Alltagssprache noch in der Fußballsprache
- alle Metaphern und Ausdrücke perfekt. Sprachlernende können das als Motivation sehen,
- Fußball-Deutsch im Alltag einfach einmal auszuprobieren. Mit diesem Text sind sie dafür gut
- aufgestellt.
In der Zeilen 06 und 07, welche ist die beste Übersetzung für “kriegt sie von ihren Eltern wahrscheinlich einen Anpfiff ”?
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Disciplina: Alemão (Língua Alemã)
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Um die Fragen 26 bis 35 zu beant worten, lesen Sie den folgenden Text.
Fußball-Deutsch
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Deutsch perfekt 14/2022
In Katar treffen sich Fußballmannschaften aus der ganzen Welt zum Fußballereignis des Jahres.
Warum ist der Lieblingssport der Deutschen auch in der Alltagssprache so wichtig?
Von Eva Pfeiffer
- Über die aktuelle Fußballweltmeisterschaft gibt es viel zu sagen und zu schreiben – von der
- Kritik daran, dass sie in Katar stattfindet, bis zur Euphorie oder Verzweiflung über die Spiele.
- Oft sprechen die Deutschen jedoch über Fußball, ohne es zu merken.
- Viele Ausdrücke aus dem Ballsport sind nämlich schon lange Teil der deutschen Alltagssprache.
- Als Metaphern benutzen die Menschen sie in komplett anderen Kontexten. Wenn zum Beispiel
- eine Jugendliche nachts zu spät nach Hause kommt, dann kriegt sie von ihren Eltern
- wahrscheinlich einen Anpfiff. An den Beginn eines Fußballspiels denkt dabei sicher niemand.
- Auch der Ratschlag Halt besser den Ball flach! kommt aus dem Sport. Den Ball flach zu halten,
- beschreibt dort eine kontrollierte Art des Spielens. In der Alltagssprache ist die Bedeutung
- ähnlich – nämlich nichts zu riskieren.
- Ausdrücke aus dem Fußball-Deutsch sind Teil der Alltagssprache geworden.
- Warum ist Fußball-Deutsch so präsent? Mit dieser Frage beschäftigt sich Simon Meier-Vieracker.
- Der 42-Jährige ist Professor für Angewandte Linguistik an der Technischen Universität Dresden.
- Eigentlich ist er mehr Radsport- als Fußballfan. Aber für den Linguisten ist der Fußball wie
- eine Schatztruhe. Über seine Funde berichtet Meier-Vieracker auf seinem Blog fussball-
- linguistik.de. Er erklärt: „Fußball ist in Deutschland der populärste Sport überhaupt. Die Spiele
- sind nicht nur in den Medien ein großes Thema. Die Leute sprechen auch bei der Arbeit in der
- Kaffeepause darüber oder unterwegs im Zug. So sind viele Redewendungen und Ausdrücke aus
- dem Fußball-Deutsch Teil der Alltagssprache geworden“.
- Dabei gibt es eine gute Nachricht für alle, die kein Interesse an dem Ballsport haben: Die
- fachlichen Details der Originalausdrücke sind in der Alltagssprache kaum relevant, wie Meier-
- Vieracker erklärt. Man muss also keine Fußballexpertin sein, um sie richtig zu verwenden. Ein
- Beispiel ist die Abseits-Metapher. Die kann man prima benutzen, ohne die genauen Abseits-
- Regeln aus dem Fußball zu kennen. Die Metapher bedeutet, dass eine Person ignoriert wird: Der
- kleine Jan steht im Kindergarten im Abseits. Kein anderes Kind will mit ihm spielen.
- Im Parlament sind seit den 80er-Jahren bei Debatten öfter Fußball-Metaphern zu
- hören.
- Ein anderes Beispiel ist das Grätschen. Bei der Aktion nimmt ein Fußballspieler dem Gegner den
- Ball ab. In der Alltagssprache bedeutet der Ausdruck, dass man eine Person beim
- Reden unterbricht und sich ungebeten in etwas einmischt: Es ärgert mich, dass Stephanie
- immer wieder in unsere Gespräche reingrätscht.
- In manchen Bereichen und Situationen sind Ausdrücke aus dem Fußball besonders populär.
- Meier-Vieracker untersucht mit computerlinguistischen Methoden große Textsammlungen. Er
- hat festgestellt, dass im Parlament seit den 80er-Jahren bei Debatten öfter Fußball-Metaphern
- zu hören sind.
- „Mithilfe der Metaphern sollen Menschen abstrakte Inhalte besser verstehen. Die Ausdrücke
- haben außerdem einen emotionalen Effekt“, erklärt Meier-Vieracker. So zeigt der Westen mit
- seinen Sanktionen Putin die rote Karte. Und Politikerinnen der Oppositionsparteien sagen gern,
- dass der Ball bei der Regierungskoalition liegt. Damit meinen sie: Jetzt muss die Regierung
- endlich etwas tun.
- Auch der Wirtschaft gibt Fußball sprachliche Inspiration. Da wollen zum Beispiel ambitionierte
- Firmen in der Champions League spielen und sind deshalb personell gut aufgestellt. Und
- Jobsuchende müssen am Ball bleiben.
- Es können auch ganze Sätze aus dem Sport in neuen Kontexten verwendet werden. Ein
- populäres Beispiel ist ein Zitat von Sepp Herberger, einem legendären Trainer: „Nach dem Spiel
- ist vor dem Spiel.“ Das Mantra, sich nach einem Erfolg gleich auf die nächste Aufgabe
- vorzubereiten, passt in vielen Situationen. Zum Beispiel in der Politik, denn: Nach der Wahl ist
- vor der Wahl.
- Es gibt im Fußball viele Wörter aus dem Militärbereich.
- Aber Fußball-Deutsch hat auch nicht nur einen Effekt auf die Alltagssprache. Die Inspiration
- funktioniert in beide Richtungen: Auch die Fußballsprache verwendet nämlich Ausdrücke aus
- Kontexten, die eigentlich nichts mit dem Sport zu tun haben.
- „Es gibt im Fußball viele Wörter aus dem Militärbereich“, sagt Meier-Vieracker.
- „Sturm, Abwehr, Offensive – besonders früher war die Sprache ziemlich martialisch. Zum
- Beispiel 1954 beim Halbfinale der Weltmeisterschaft in der Schweiz, bei dem Deutschland 6:1
- gegen Österreich gewonnen hat. Da sprachen deutsche Kommentatoren davon, den Gegner
- mit schwerem Geschütz niederzuschießen. Heute verwenden die meisten Journalistinnen
- Ausdrücke wie diese nicht mehr“.
- So wie die Welt heute eine andere ist als 1954, ist es auch die Sprache. Meier-Vieracker
- beschäftigt sich intensiv mit Livetickern, Livekommentaren und Spielberichten. Dort ist die
- Sprache mehr kulinarisch als martialisch, zum Beispiel wenn ein Spieler mit einer
- Aktion ein Sahnehäubchen aufsetzt, den Ball ins Tor zuckert oder buttercremt.
- Manche Journalistinnen und Kommentatoren sind mit ihren Formulierungen kreativ und lustig,
- andere weniger. Und so funktionieren weder in der Alltagssprache noch in der Fußballsprache
- alle Metaphern und Ausdrücke perfekt. Sprachlernende können das als Motivation sehen,
- Fußball-Deutsch im Alltag einfach einmal auszuprobieren. Mit diesem Text sind sie dafür gut
- aufgestellt.
In der Zeile 03, welche Synonyme für “Oft” gibt es?
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Disciplina: Alemão (Língua Alemã)
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Orgão: Pref. Morro Reuter-RS
Um die Fragen 26 bis 35 zu beant worten, lesen Sie den folgenden Text.
Fußball-Deutsch
MITTEL
Deutsch perfekt 14/2022
In Katar treffen sich Fußballmannschaften aus der ganzen Welt zum Fußballereignis des Jahres.
Warum ist der Lieblingssport der Deutschen auch in der Alltagssprache so wichtig?
Von Eva Pfeiffer
- Über die aktuelle Fußballweltmeisterschaft gibt es viel zu sagen und zu schreiben – von der
- Kritik daran, dass sie in Katar stattfindet, bis zur Euphorie oder Verzweiflung über die Spiele.
- Oft sprechen die Deutschen jedoch über Fußball, ohne es zu merken.
- Viele Ausdrücke aus dem Ballsport sind nämlich schon lange Teil der deutschen Alltagssprache.
- Als Metaphern benutzen die Menschen sie in komplett anderen Kontexten. Wenn zum Beispiel
- eine Jugendliche nachts zu spät nach Hause kommt, dann kriegt sie von ihren Eltern
- wahrscheinlich einen Anpfiff. An den Beginn eines Fußballspiels denkt dabei sicher niemand.
- Auch der Ratschlag Halt besser den Ball flach! kommt aus dem Sport. Den Ball flach zu halten,
- beschreibt dort eine kontrollierte Art des Spielens. In der Alltagssprache ist die Bedeutung
- ähnlich – nämlich nichts zu riskieren.
- Ausdrücke aus dem Fußball-Deutsch sind Teil der Alltagssprache geworden.
- Warum ist Fußball-Deutsch so präsent? Mit dieser Frage beschäftigt sich Simon Meier-Vieracker.
- Der 42-Jährige ist Professor für Angewandte Linguistik an der Technischen Universität Dresden.
- Eigentlich ist er mehr Radsport- als Fußballfan. Aber für den Linguisten ist der Fußball wie
- eine Schatztruhe. Über seine Funde berichtet Meier-Vieracker auf seinem Blog fussball-
- linguistik.de. Er erklärt: „Fußball ist in Deutschland der populärste Sport überhaupt. Die Spiele
- sind nicht nur in den Medien ein großes Thema. Die Leute sprechen auch bei der Arbeit in der
- Kaffeepause darüber oder unterwegs im Zug. So sind viele Redewendungen und Ausdrücke aus
- dem Fußball-Deutsch Teil der Alltagssprache geworden“.
- Dabei gibt es eine gute Nachricht für alle, die kein Interesse an dem Ballsport haben: Die
- fachlichen Details der Originalausdrücke sind in der Alltagssprache kaum relevant, wie Meier-
- Vieracker erklärt. Man muss also keine Fußballexpertin sein, um sie richtig zu verwenden. Ein
- Beispiel ist die Abseits-Metapher. Die kann man prima benutzen, ohne die genauen Abseits-
- Regeln aus dem Fußball zu kennen. Die Metapher bedeutet, dass eine Person ignoriert wird: Der
- kleine Jan steht im Kindergarten im Abseits. Kein anderes Kind will mit ihm spielen.
- Im Parlament sind seit den 80er-Jahren bei Debatten öfter Fußball-Metaphern zu
- hören.
- Ein anderes Beispiel ist das Grätschen. Bei der Aktion nimmt ein Fußballspieler dem Gegner den
- Ball ab. In der Alltagssprache bedeutet der Ausdruck, dass man eine Person beim
- Reden unterbricht und sich ungebeten in etwas einmischt: Es ärgert mich, dass Stephanie
- immer wieder in unsere Gespräche reingrätscht.
- In manchen Bereichen und Situationen sind Ausdrücke aus dem Fußball besonders populär.
- Meier-Vieracker untersucht mit computerlinguistischen Methoden große Textsammlungen. Er
- hat festgestellt, dass im Parlament seit den 80er-Jahren bei Debatten öfter Fußball-Metaphern
- zu hören sind.
- „Mithilfe der Metaphern sollen Menschen abstrakte Inhalte besser verstehen. Die Ausdrücke
- haben außerdem einen emotionalen Effekt“, erklärt Meier-Vieracker. So zeigt der Westen mit
- seinen Sanktionen Putin die rote Karte. Und Politikerinnen der Oppositionsparteien sagen gern,
- dass der Ball bei der Regierungskoalition liegt. Damit meinen sie: Jetzt muss die Regierung
- endlich etwas tun.
- Auch der Wirtschaft gibt Fußball sprachliche Inspiration. Da wollen zum Beispiel ambitionierte
- Firmen in der Champions League spielen und sind deshalb personell gut aufgestellt. Und
- Jobsuchende müssen am Ball bleiben.
- Es können auch ganze Sätze aus dem Sport in neuen Kontexten verwendet werden. Ein
- populäres Beispiel ist ein Zitat von Sepp Herberger, einem legendären Trainer: „Nach dem Spiel
- ist vor dem Spiel.“ Das Mantra, sich nach einem Erfolg gleich auf die nächste Aufgabe
- vorzubereiten, passt in vielen Situationen. Zum Beispiel in der Politik, denn: Nach der Wahl ist
- vor der Wahl.
- Es gibt im Fußball viele Wörter aus dem Militärbereich.
- Aber Fußball-Deutsch hat auch nicht nur einen Effekt auf die Alltagssprache. Die Inspiration
- funktioniert in beide Richtungen: Auch die Fußballsprache verwendet nämlich Ausdrücke aus
- Kontexten, die eigentlich nichts mit dem Sport zu tun haben.
- „Es gibt im Fußball viele Wörter aus dem Militärbereich“, sagt Meier-Vieracker.
- „Sturm, Abwehr, Offensive – besonders früher war die Sprache ziemlich martialisch. Zum
- Beispiel 1954 beim Halbfinale der Weltmeisterschaft in der Schweiz, bei dem Deutschland 6:1
- gegen Österreich gewonnen hat. Da sprachen deutsche Kommentatoren davon, den Gegner
- mit schwerem Geschütz niederzuschießen. Heute verwenden die meisten Journalistinnen
- Ausdrücke wie diese nicht mehr“.
- So wie die Welt heute eine andere ist als 1954, ist es auch die Sprache. Meier-Vieracker
- beschäftigt sich intensiv mit Livetickern, Livekommentaren und Spielberichten. Dort ist die
- Sprache mehr kulinarisch als martialisch, zum Beispiel wenn ein Spieler mit einer
- Aktion ein Sahnehäubchen aufsetzt, den Ball ins Tor zuckert oder buttercremt.
- Manche Journalistinnen und Kommentatoren sind mit ihren Formulierungen kreativ und lustig,
- andere weniger. Und so funktionieren weder in der Alltagssprache noch in der Fußballsprache
- alle Metaphern und Ausdrücke perfekt. Sprachlernende können das als Motivation sehen,
- Fußball-Deutsch im Alltag einfach einmal auszuprobieren. Mit diesem Text sind sie dafür gut
- aufgestellt.
In der Untertitel “...aus der ganzen Welt zum Fußballereignis des Jahres...”, hat man diese Reihenfolge:
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Disciplina: Alemão (Língua Alemã)
Banca: FUNDATEC
Orgão: Pref. Morro Reuter-RS
Um die Fragen 26 bis 35 zu beant worten, lesen Sie den folgenden Text.
Fußball-Deutsch
MITTEL
Deutsch perfekt 14/2022
In Katar treffen sich Fußballmannschaften aus der ganzen Welt zum Fußballereignis des Jahres.
Warum ist der Lieblingssport der Deutschen auch in der Alltagssprache so wichtig?
Von Eva Pfeiffer
- Über die aktuelle Fußballweltmeisterschaft gibt es viel zu sagen und zu schreiben – von der
- Kritik daran, dass sie in Katar stattfindet, bis zur Euphorie oder Verzweiflung über die Spiele.
- Oft sprechen die Deutschen jedoch über Fußball, ohne es zu merken.
- Viele Ausdrücke aus dem Ballsport sind nämlich schon lange Teil der deutschen Alltagssprache.
- Als Metaphern benutzen die Menschen sie in komplett anderen Kontexten. Wenn zum Beispiel
- eine Jugendliche nachts zu spät nach Hause kommt, dann kriegt sie von ihren Eltern
- wahrscheinlich einen Anpfiff. An den Beginn eines Fußballspiels denkt dabei sicher niemand.
- Auch der Ratschlag Halt besser den Ball flach! kommt aus dem Sport. Den Ball flach zu halten,
- beschreibt dort eine kontrollierte Art des Spielens. In der Alltagssprache ist die Bedeutung
- ähnlich – nämlich nichts zu riskieren.
- Ausdrücke aus dem Fußball-Deutsch sind Teil der Alltagssprache geworden.
- Warum ist Fußball-Deutsch so präsent? Mit dieser Frage beschäftigt sich Simon Meier-Vieracker.
- Der 42-Jährige ist Professor für Angewandte Linguistik an der Technischen Universität Dresden.
- Eigentlich ist er mehr Radsport- als Fußballfan. Aber für den Linguisten ist der Fußball wie
- eine Schatztruhe. Über seine Funde berichtet Meier-Vieracker auf seinem Blog fussball-
- linguistik.de. Er erklärt: „Fußball ist in Deutschland der populärste Sport überhaupt. Die Spiele
- sind nicht nur in den Medien ein großes Thema. Die Leute sprechen auch bei der Arbeit in der
- Kaffeepause darüber oder unterwegs im Zug. So sind viele Redewendungen und Ausdrücke aus
- dem Fußball-Deutsch Teil der Alltagssprache geworden“.
- Dabei gibt es eine gute Nachricht für alle, die kein Interesse an dem Ballsport haben: Die
- fachlichen Details der Originalausdrücke sind in der Alltagssprache kaum relevant, wie Meier-
- Vieracker erklärt. Man muss also keine Fußballexpertin sein, um sie richtig zu verwenden. Ein
- Beispiel ist die Abseits-Metapher. Die kann man prima benutzen, ohne die genauen Abseits-
- Regeln aus dem Fußball zu kennen. Die Metapher bedeutet, dass eine Person ignoriert wird: Der
- kleine Jan steht im Kindergarten im Abseits. Kein anderes Kind will mit ihm spielen.
- Im Parlament sind seit den 80er-Jahren bei Debatten öfter Fußball-Metaphern zu
- hören.
- Ein anderes Beispiel ist das Grätschen. Bei der Aktion nimmt ein Fußballspieler dem Gegner den
- Ball ab. In der Alltagssprache bedeutet der Ausdruck, dass man eine Person beim
- Reden unterbricht und sich ungebeten in etwas einmischt: Es ärgert mich, dass Stephanie
- immer wieder in unsere Gespräche reingrätscht.
- In manchen Bereichen und Situationen sind Ausdrücke aus dem Fußball besonders populär.
- Meier-Vieracker untersucht mit computerlinguistischen Methoden große Textsammlungen. Er
- hat festgestellt, dass im Parlament seit den 80er-Jahren bei Debatten öfter Fußball-Metaphern
- zu hören sind.
- „Mithilfe der Metaphern sollen Menschen abstrakte Inhalte besser verstehen. Die Ausdrücke
- haben außerdem einen emotionalen Effekt“, erklärt Meier-Vieracker. So zeigt der Westen mit
- seinen Sanktionen Putin die rote Karte. Und Politikerinnen der Oppositionsparteien sagen gern,
- dass der Ball bei der Regierungskoalition liegt. Damit meinen sie: Jetzt muss die Regierung
- endlich etwas tun.
- Auch der Wirtschaft gibt Fußball sprachliche Inspiration. Da wollen zum Beispiel ambitionierte
- Firmen in der Champions League spielen und sind deshalb personell gut aufgestellt. Und
- Jobsuchende müssen am Ball bleiben.
- Es können auch ganze Sätze aus dem Sport in neuen Kontexten verwendet werden. Ein
- populäres Beispiel ist ein Zitat von Sepp Herberger, einem legendären Trainer: „Nach dem Spiel
- ist vor dem Spiel.“ Das Mantra, sich nach einem Erfolg gleich auf die nächste Aufgabe
- vorzubereiten, passt in vielen Situationen. Zum Beispiel in der Politik, denn: Nach der Wahl ist
- vor der Wahl.
- Es gibt im Fußball viele Wörter aus dem Militärbereich.
- Aber Fußball-Deutsch hat auch nicht nur einen Effekt auf die Alltagssprache. Die Inspiration
- funktioniert in beide Richtungen: Auch die Fußballsprache verwendet nämlich Ausdrücke aus
- Kontexten, die eigentlich nichts mit dem Sport zu tun haben.
- „Es gibt im Fußball viele Wörter aus dem Militärbereich“, sagt Meier-Vieracker.
- „Sturm, Abwehr, Offensive – besonders früher war die Sprache ziemlich martialisch. Zum
- Beispiel 1954 beim Halbfinale der Weltmeisterschaft in der Schweiz, bei dem Deutschland 6:1
- gegen Österreich gewonnen hat. Da sprachen deutsche Kommentatoren davon, den Gegner
- mit schwerem Geschütz niederzuschießen. Heute verwenden die meisten Journalistinnen
- Ausdrücke wie diese nicht mehr“.
- So wie die Welt heute eine andere ist als 1954, ist es auch die Sprache. Meier-Vieracker
- beschäftigt sich intensiv mit Livetickern, Livekommentaren und Spielberichten. Dort ist die
- Sprache mehr kulinarisch als martialisch, zum Beispiel wenn ein Spieler mit einer
- Aktion ein Sahnehäubchen aufsetzt, den Ball ins Tor zuckert oder buttercremt.
- Manche Journalistinnen und Kommentatoren sind mit ihren Formulierungen kreativ und lustig,
- andere weniger. Und so funktionieren weder in der Alltagssprache noch in der Fußballsprache
- alle Metaphern und Ausdrücke perfekt. Sprachlernende können das als Motivation sehen,
- Fußball-Deutsch im Alltag einfach einmal auszuprobieren. Mit diesem Text sind sie dafür gut
- aufgestellt.
Der Titel des Textes “Fußball Deutsch” ist geeignet, weil:
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Disciplina: Alemão (Língua Alemã)
Banca: FUNDATEC
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Um die Fragen 26 bis 35 zu beant worten, lesen Sie den folgenden Text.
Fußball-Deutsch
MITTEL
Deutsch perfekt 14/2022
In Katar treffen sich Fußballmannschaften aus der ganzen Welt zum Fußballereignis des Jahres.
Warum ist der Lieblingssport der Deutschen auch in der Alltagssprache so wichtig?
Von Eva Pfeiffer
- Über die aktuelle Fußballweltmeisterschaft gibt es viel zu sagen und zu schreiben – von der
- Kritik daran, dass sie in Katar stattfindet, bis zur Euphorie oder Verzweiflung über die Spiele.
- Oft sprechen die Deutschen jedoch über Fußball, ohne es zu merken.
- Viele Ausdrücke aus dem Ballsport sind nämlich schon lange Teil der deutschen Alltagssprache.
- Als Metaphern benutzen die Menschen sie in komplett anderen Kontexten. Wenn zum Beispiel
- eine Jugendliche nachts zu spät nach Hause kommt, dann kriegt sie von ihren Eltern
- wahrscheinlich einen Anpfiff. An den Beginn eines Fußballspiels denkt dabei sicher niemand.
- Auch der Ratschlag Halt besser den Ball flach! kommt aus dem Sport. Den Ball flach zu halten,
- beschreibt dort eine kontrollierte Art des Spielens. In der Alltagssprache ist die Bedeutung
- ähnlich – nämlich nichts zu riskieren.
- Ausdrücke aus dem Fußball-Deutsch sind Teil der Alltagssprache geworden.
- Warum ist Fußball-Deutsch so präsent? Mit dieser Frage beschäftigt sich Simon Meier-Vieracker.
- Der 42-Jährige ist Professor für Angewandte Linguistik an der Technischen Universität Dresden.
- Eigentlich ist er mehr Radsport- als Fußballfan. Aber für den Linguisten ist der Fußball wie
- eine Schatztruhe. Über seine Funde berichtet Meier-Vieracker auf seinem Blog fussball-
- linguistik.de. Er erklärt: „Fußball ist in Deutschland der populärste Sport überhaupt. Die Spiele
- sind nicht nur in den Medien ein großes Thema. Die Leute sprechen auch bei der Arbeit in der
- Kaffeepause darüber oder unterwegs im Zug. So sind viele Redewendungen und Ausdrücke aus
- dem Fußball-Deutsch Teil der Alltagssprache geworden“.
- Dabei gibt es eine gute Nachricht für alle, die kein Interesse an dem Ballsport haben: Die
- fachlichen Details der Originalausdrücke sind in der Alltagssprache kaum relevant, wie Meier-
- Vieracker erklärt. Man muss also keine Fußballexpertin sein, um sie richtig zu verwenden. Ein
- Beispiel ist die Abseits-Metapher. Die kann man prima benutzen, ohne die genauen Abseits-
- Regeln aus dem Fußball zu kennen. Die Metapher bedeutet, dass eine Person ignoriert wird: Der
- kleine Jan steht im Kindergarten im Abseits. Kein anderes Kind will mit ihm spielen.
- Im Parlament sind seit den 80er-Jahren bei Debatten öfter Fußball-Metaphern zu
- hören.
- Ein anderes Beispiel ist das Grätschen. Bei der Aktion nimmt ein Fußballspieler dem Gegner den
- Ball ab. In der Alltagssprache bedeutet der Ausdruck, dass man eine Person beim
- Reden unterbricht und sich ungebeten in etwas einmischt: Es ärgert mich, dass Stephanie
- immer wieder in unsere Gespräche reingrätscht.
- In manchen Bereichen und Situationen sind Ausdrücke aus dem Fußball besonders populär.
- Meier-Vieracker untersucht mit computerlinguistischen Methoden große Textsammlungen. Er
- hat festgestellt, dass im Parlament seit den 80er-Jahren bei Debatten öfter Fußball-Metaphern
- zu hören sind.
- „Mithilfe der Metaphern sollen Menschen abstrakte Inhalte besser verstehen. Die Ausdrücke
- haben außerdem einen emotionalen Effekt“, erklärt Meier-Vieracker. So zeigt der Westen mit
- seinen Sanktionen Putin die rote Karte. Und Politikerinnen der Oppositionsparteien sagen gern,
- dass der Ball bei der Regierungskoalition liegt. Damit meinen sie: Jetzt muss die Regierung
- endlich etwas tun.
- Auch der Wirtschaft gibt Fußball sprachliche Inspiration. Da wollen zum Beispiel ambitionierte
- Firmen in der Champions League spielen und sind deshalb personell gut aufgestellt. Und
- Jobsuchende müssen am Ball bleiben.
- Es können auch ganze Sätze aus dem Sport in neuen Kontexten verwendet werden. Ein
- populäres Beispiel ist ein Zitat von Sepp Herberger, einem legendären Trainer: „Nach dem Spiel
- ist vor dem Spiel.“ Das Mantra, sich nach einem Erfolg gleich auf die nächste Aufgabe
- vorzubereiten, passt in vielen Situationen. Zum Beispiel in der Politik, denn: Nach der Wahl ist
- vor der Wahl.
- Es gibt im Fußball viele Wörter aus dem Militärbereich.
- Aber Fußball-Deutsch hat auch nicht nur einen Effekt auf die Alltagssprache. Die Inspiration
- funktioniert in beide Richtungen: Auch die Fußballsprache verwendet nämlich Ausdrücke aus
- Kontexten, die eigentlich nichts mit dem Sport zu tun haben.
- „Es gibt im Fußball viele Wörter aus dem Militärbereich“, sagt Meier-Vieracker.
- „Sturm, Abwehr, Offensive – besonders früher war die Sprache ziemlich martialisch. Zum
- Beispiel 1954 beim Halbfinale der Weltmeisterschaft in der Schweiz, bei dem Deutschland 6:1
- gegen Österreich gewonnen hat. Da sprachen deutsche Kommentatoren davon, den Gegner
- mit schwerem Geschütz niederzuschießen. Heute verwenden die meisten Journalistinnen
- Ausdrücke wie diese nicht mehr“.
- So wie die Welt heute eine andere ist als 1954, ist es auch die Sprache. Meier-Vieracker
- beschäftigt sich intensiv mit Livetickern, Livekommentaren und Spielberichten. Dort ist die
- Sprache mehr kulinarisch als martialisch, zum Beispiel wenn ein Spieler mit einer
- Aktion ein Sahnehäubchen aufsetzt, den Ball ins Tor zuckert oder buttercremt.
- Manche Journalistinnen und Kommentatoren sind mit ihren Formulierungen kreativ und lustig,
- andere weniger. Und so funktionieren weder in der Alltagssprache noch in der Fußballsprache
- alle Metaphern und Ausdrücke perfekt. Sprachlernende können das als Motivation sehen,
- Fußball-Deutsch im Alltag einfach einmal auszuprobieren. Mit diesem Text sind sie dafür gut
- aufgestellt.
Die gute Nachricht, nach Meier-Vierackers, sind
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In einigen Bundes-Ländern dürfen bald Medikamente verkauft werden, die noch nicht geprüft sind
In Deutschland können die Menschen in die Apotheke gehen: Wenn sie krank sind. Dort können sie verschiedene Medikamente kaufen. Oft gehen die Menschen auch erst zum Arzt. Und er sagt den Menschen dann: Welche Medikamente sie kaufen sollen. Aber diese Medikamente müssen in Deutschland zugelassen sein. Das bedeutet: In Deutschland dürfen nicht alle Medikamente verkauft werden.
Antibiotika ist auch ein Medikament: Das in Deutschland von verschiedenen Firmen verkauft wird. Aber in der letzten Zeit gibt es besonders wenig Antibiotika. Das ist zum Beispiel auch im Bundes-Land Sachsen-Anhalt so. Dort ist Petra Grimm-Benne die Gesundheits-Ministerin. Sie hat jetzt bestimmt: Bald sollen nicht zugelassene Antibiotika aus anderen Ländern auch in Deutschland verkauft werden.
Eine Sprecherin vom Gesundheits-Ministerium hat gesagt: Wir brauchen genug Antibiotika in Deutschland. Das ist besonders wichtig für Kinder und Jugendliche.
Denn es muss genug Medikamente geben: Damit sie behandelt werden können. Deshalb soll es in den Apotheken bald auch Antibiotika aus anderen Ländern geben.
Antibiotika ist auch ein Medikament: Das in Deutschland von verschiedenen Firmen verkauft wird. Aber in der letzten Zeit gibt es besonders wenig Antibiotika. Das ist zum Beispiel auch im Bundes-Land Sachsen-Anhalt so. Dort ist Petra Grimm-Benne die Gesundheits-Ministerin. Sie hat jetzt bestimmt: Bald sollen nicht zugelassene Antibiotika aus anderen Ländern auch in Deutschland verkauft werden.
Eine Sprecherin vom Gesundheits-Ministerium hat gesagt: Wir brauchen genug Antibiotika in Deutschland. Das ist besonders wichtig für Kinder und Jugendliche. Denn es muss genug Medikamente geben: Damit sie behandelt werden können. Deshalb soll es in den Apotheken bald auch Antibiotika aus anderen Ländern geben.
(Acessado em 04 de maio de 2023: https://www.mdr.de/ nachrichten-leicht/leichte-sprache-sachsen-anhalt-anti biotika-engpass-lockerung-regeln-100.html)
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I.Die Firma werde Ende des Jahres eine neue Lagerhalle bauen
II.Das wurdest du nicht an einem Tag schaffen.
III.Er antwortet nicht. Er wird bestimmt schon schlafen geworden.
IV.In 10 Jahren wird es fliegende Autos geben.
V.Der Zug wurde schon in Hamburg angekommen sein.
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